Hallo Alex,
ich habe Deinen Beitrag mir HPI Baja Forum gelesen. Ursachen gibt es viele. Es könnte sein, dass Du den Motor zu mager eingestellt hattest (deshalb auch das heisse Reso). Hast Du die Vergasereinstellungen geändert, als Du das Reso gewechselt hast?
Da Du schon alles andere geprüft hast (Kompression, Dichtigkeit, Zündfunke) empfehle ich Dir 2 Möglichkeiten:
Der Motor ist total abgesoffen, wenn Du soviel Benzin aus dem Reso kippen kannst. D.h. das ganze Kurbelgehäuse ist voller Benzin. Du musst als erstes den Tank und die Benzinschläuche entleeren. Dann schraubst Du die Kerze aus dem Motor und drehst den Baja um. Am besten Tücher oder ein Becken drunterlegen. Dann musst Du den Kolben ein paar Mal durchdrehen, damit das Benzin durch die Kerzenöffnung rauslaufen kann. Das Reso würde ich auch nochmals leeren. Dann den Baja über Nacht ohne Kerze stehen lassen, damit der Kraftstoff verdunsten kann. Auf keinen Fall mit dem Feuerzeug irgendwas trocknen wollen (auch nicht die Kerze, so wie das Dir im Baja Forum empfohlen wurde. Du wärst nicht der erste, dem die Benzindämpfe um die Ohren fliegen. Das ist lebensfährlich!!!!! Ein Feuerzeug hat nichts in der Nähe eines Benziners zu suchen).
Wenn Du den Baja eine Nacht lang sitzen gelassen hast, dann versuch nochmal zu starten. Aufpassen mit dem Choke. 3x ziehen muss genügen, wenn er dann nicht muckt, dann säuft er wieder ab, wenn der Choke nicht rausgenommen wird.
Sollte es nichts nützen, dann bleibt Dir nur noch eine OP, d.h. Motor zerlegen. Ich hatte mal einen nagelneuen ESP tuned 27.2 Zenoah, der lief von anfang an nicht. Nur als ich zerlegt hatte, fand ich die Ursache:

Ich hab dann Kolben und Kolbenring gewechselt und der Motor lief nach 3x ziehen an.
Das braune Benzin muss nichts heissen, denn wenn es lange in der Pipe war, kann es sein, dass sich Ablagerungen im Reso mit dem Benzin vermischt haben. Es kann aber auch sein, dass sich ein Stück der Zylinderbeschichtung gelöst und Deinen Kolben beschädigt hat. Der "Schmirgelpapier-Effekt" macht dann den Motor kaputt. Ich würde aber nicht den ganzen Motor tauschen, ein neuer Kopf müsste reichen und kostet nur einen Bruchteil (sogar ein getunter).
Wenn also das Austrocknen nichts gebracht hat, dann musst Du den Motor zerlegen und reinschauen. Evtl genügt es, den Ring zu wechseln. Das ist nicht schwer. Nur gutes Werkzeug ist wichtig. Wenn Du keine Ersatzdichtungen hast, dann musst Du beim Zerlegen aufpassen, dass Du die alte Dichtung nicht kaputt machst. Wichtig ist, alles mit Ruhe und einem sauberen Arbeitsplatz zu machen. Wenn Du nur den Kopf abnimmst (so wie auf dem Foto), dann lege etwas über das Kurbelgehäuse (ein sauberes Tuch o.ä.), denn wenn Dir da eine Klammer oder eine Schraube reinfällt, dann kommt die nie mehr raus!
Wenn Du Dreck, Sand, Metallsplitter oder ähnliches im Motor findest, musst Du auch die Kurbelgarnitur auseinandernehmen. Dazu brauchst Du eine Kupplungs-Abziehwerkzeug um die Kupplung und das Schwungrad zu demontieren. Evtl. genügt es, das Kurbelgehäuse gut auszuwaschen (mit Benzin und Druckluft). Aber besser wäre es, mit einem Kleinteilereiniger alles sauber zu reinigen und frisch zu ölen. Sonst gelangen wieder neue Fremdkörper in den Brennraum und Du bist gleichweit wie vorher.
Und beim Zusammenbau die Teile nicht falschrum einbauen (vor allem beim Kolben darauf achten). Am besten machst Du Dir eine Zeichnung oder legst die Teile genau so hin, wie Du sie ausgebaut hast. Der Kolbenring hat eine Öffnung, diese Öffnung ist an der Vergaserseite. Im Kolben steckt ein ca 1mm dicker Stift in der Nut, wo der Kolbenring drinliegt. Beim Zusammenbauen muss der Kolbenring zusammengedrückt werden, so dass der Öffnung genau über den Stift kommt. Die Innenseiten des Zylinders sollten etwas eingeölt werden, wenn der Kolben mit dem (evtl neuen) Ring hineingeschoben wird (das ist wie beim Sex, aber Du bist ja erst 13 und musst das noch nicht so genau wissen. Dafür hast Du dann schon mal Wissensvorsprung, wenn es mal drauf an kommt
)
Auf dem Kolben selbst (je nach Marke) sollte es ausserdem einen kleinen Pfeil geben. Der ist genau gegenüber vom Stift und zeigt zum Auslass. Der dient auch als Orientierungshilfe, falls die Teile mal durcheinanderkommen und Du nicht mehr weisst, wo vorne und hinten war.
Beim Zusammenbau also zuerst den Kolben ein Stück in den Zylinderkopf schieben, dann den Kopf schön langsam und gerade auf das Kurbelgehäuse runterschieben. DICHTUNG NICHT VERGESSEN!. Die Zylinderkopfschrauben langsam und gleichmässig anziehen. Wenn Du die Schrauben in die Löcher steckst, darauf achten, dass die Dichtung nicht verletzt oder geknickt wird, sonst hast Du nachher ein Leck. Nichts verkannten und nicht erst eine Schraube voll anziehen und dann die andere, sondern immer schön abwechselnd.
Wäre doch gelacht, wenn Du das nicht hinkriegst 
Gruss
erni